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Dienstag, 26. August 2008

Von Hütte zu Hütte - Refuge de Miage (1550 m)

Als ich 2004 rund um das Mont Blanc Massiv durch die drei Länder Frankreich, Italien und der Schweiz gelaufen bin, kam ich an einer schnuckelicken kleinen Hütte unweit von Chamonix vorbei. Die Rede ist von der meist komplett ausgebuchten und überfüllten Refuge de Miage.

Startet man seine Tour du Mont Blanc in Chamonix bzw. an der Les Houches Seilbahn erreicht man die Hütte der Woche nach guten 2 bis 3 Stunden Weg. Sie liegt herrlich eingebettet in einem kleinen Tal. Wie hier links auf einem der Bilder zu sehen, muss man vor dem Kühlen Bier auf der Terrasse noch einmal 400 Hm Absteigen, dann hat man es geschafft.

Auf der Hüttenterrasse gibt es leckeren frisch gebackenen Kuchen, einen guten Kaffee dazu und jede Menge Erfrischungsgetränke. Tipp: Wer auf dieser "Alm" reserviert nächtigen möchte hat ein Problem, vor allem in der Hauptsaison werden zu aller erst die einheimischen bevorzugt, auch was die Bergschulen anbelangt. Wenn diese dann versorgt sind, kommen Anfragen aus dem Ausland an die Reihe, somit hat man kaum eine Chance eine Übernachtung vorab zu reservieren.

Im freien müsst Ihr aber deswegen trotzdem nicht schlafen, gut eine Stunde weiter erreicht Ihr die Auberge le Truc, dort hab auch ich eine Nacht verbracht. Auf einer Anhöhe gelegen könnt Ihr dort den Sonneuntergang genießen und vom nächsten Tag träumen. Auf dem Foto links ist im Tal die Refuge de Miage zu sehen und auf der Anhöhe die Auberge le Truc.

In der Nächsten Woche berichte ich dann über die Auberge le Truc! Bis dahin, Berg heil!

Dienstag, 19. August 2008

Von Hütte zu Hütte - Defregger Haus (2952 m)

Auf meiner Tauern Haute Route im Sommer 2005 bin ich auch am Defregger Haus vorbei gekommen. Auf fast 3000 Metern Höhe thront diese schöne Hütte fast schon wie ein Adler-Horst über dem Tal. Mir selbst sollte die Unterkunft als Vorposten für meine Großvenediger Besteigung dienen, nur leider hat das Wetter nicht mitgespielt. Gleich früh am Morgen musste ich wieder absteigen, weil an eine Gipfeltour bei Schnee, Regen und Nebel nicht zu denken war.

Urig und zwar richtig Urig ist der Hüttenwirt mit seiner Familie. Ein bärtiger alter Mann mit seiner Frau hält das Defregger Haus in Schuss und verpflegt seine Gäste nach bestem Wissen und Gewissen. Die Unterkünfte sind o.k., die sanitären Einrichtungen neu gemacht und die Gaststube ist urig gemütlich.


Wer im Sommer dort oben nächtigen möchte, sollte warme Kleidung nicht vergessen. Denn auf 3000 Meter kann es auch im August empfindlich kalt werden.




Ein paar Daten zur Hütte:

• Betten: 30
• Lager: 42

Ziele:
Tauern Haute Route
• Großvenediger (3674 m)
Hohes Aderl (3504 m)
Rainerhorn (3560 m)
Schwarze Wand (3511 m)
• Hoher Zaun (3467 m)
Weißspitze (3300 m)
Kristallwand (3329 m)
Großer Geiger (3360 m)

Dienstag, 12. August 2008

Von Hütte zu Hütte - Warnsdorfer Hütte (2336m)

Als kleiner Junge war ich mit meinen Eltern viel im Südtiroler Ahrntal. Ganz hinten am Talende befindet sich weit oben die Birnlücke, ein kleiner Sattel zwischen Südtirol und Tirol - bzw. zwischen Italien und Österreich. Oft hab ich mich gefragt, wie wird es wohl hinter diesem Sattel aussehen. Wie werden die 3000er Gipfel wohl von der anderen Seite aussehen. Ich musste 30 Jahre alt werden um genau das heraus zu finden.


Auf meiner Tauern Haute Route, geht es den ersten Tag die Krimmler Wasserfälle hoch. Rechnet man alle drei hintereinander liegenden Fälle zusammen, hat man den größten Wasserfall Europas vor sich. Oben angekommen fährt man dann mit einem Jeep gute 15 Kilometer das Tal hoch, immer im Blickfeld die Dreiherrenspitze. Für mich in diesem Moment ein komischer Anblick, kannt ich diesen Berg doch bisher nur von der anderen Seite - und von Südtiroler her gesehen, sieht dieser stolze 3000er ganz anders aus.

Am Talende nahe dem Gletscher der Dreiherrenspitze, der Simonispizen liegt herrlich gelegen die Warnsdorfer Hütte. Top renoviert, sehr sauber und mit köstlichem Essen wird man auf einer Höhe von 2336 Metern fast schon wie in einem Hotel verwöhnt. Für alle die in den Hohen Tauern und im speziellen der Venediger-Gruppe unterwegs sind, kann ich einen Besuch in der Warnsdorfer Hütte mit ruhigem Gewissen nahe legen.

Leider habe ich keine Internetseite der Warnsdorfer Hütte gefunden, hier findet Ihr aber auch einige Infos!

Unterkunft:
• Betten: 15
Lager: 50
Winterraum: 16 Plätze (offen)

Ausgangspunkt:
Innere Keesalm, 1804 m, Gehzeit: 01:50
Krimml, 1076 m, Gehzeit: 05:40

Ziele:
Dreiherrnspitze, 3499 m, Gehzeit: 07:30
Gamsspitzl, 2888 m, Gehzeit: 01:20
Großer Geiger, 3360 m, Gehzeit: 03:50
Großvenediger, 3674 m, Gehzeit: 08:10
Hoher Sonntagskopf, 3129 m, Gehzeit: 02:50
Maurerkeesköpfe, 3313 m, Gehzeit: 04:30
Schlieferspitze, 3289 m, Gehzeit: 04:20
Simonyspitzen, 3488 m, Gehzeit: 05:45

Nachbarhütten:
• über Gamsspitzl, 2.888m zur
Kürsinger Hütte, 2.558m, Gehzeit: 04:30
• über Maurertörl, 3.108m zur
Essener- und Rostocker Hütte, 2.208m, Gehzeit: 04:30
• über Innere Keesalm, 1.804m zur
Krimmler Tauernhaus, 1.631m, Gehzeit: 03:00
• über Birnlücke, 2.663m zur
Birnlückenhütte, 2.441m, Gehzeit: 04:00

Dienstag, 5. August 2008

Von Hütte zu Hütte - Trudner Hornalm

Jeden Dienstag neu: "Von Hütte zu Hütte" ... und da heute wieder Dienstag ist, gibt’s frisch gebacken was zu der Trudner Horn Alm. Jetzt werden die meisten denken, was kommt er uns denn mit einer Alm daher, wir sind gestandene Bergsteiger, wollen hoch hinaus und nicht auf der Alm Blumen pflücken. Nur heute liebe Bergsteiger, meldet sich mal der Romantiker in mir.

Wie Ihr auf dem Foto links oben erkennen könnt, handelt es sich nicht um irgend eine Alm, sondern um die Bilderbuch schönste und die “romantischste“ Alm die ich je gesehen hab. Auf einer von Wald und Wiesen bedeckten Anhöhe im südlichen Teil Südtirols liegt dieses Schmuckstück. Ich selbst bin auf meiner Alpenüberquerung dort vorbei gekommen und habe eine kuschelige Nacht dort verbracht. Das Essen, Duschen die Schlaflager, alles vom feinsten.





Das Panorama Foto habe ich von der Terrasse aus gemacht und blickt in Richtung Butterlochschlucht, einer der bedeudensten geologischen Orte in Südtirol (siehe Foto).

Dort kann man durch einen Canyon Wandern der einen dreihundert Millionen Jahre zurück versetzt, auf Tafeln in der Schlucht wird einem erklärt was in welcher längst vergangenen Zeit passiert ist. Geschichtsunterricht mal anders!

Die Trudner Horn Alm kann ich auch allen frisch verliebten ans rosarote Herz legen, entführt eure liebste dort hoch und sie wird dahin schmelzen ... garantiert!

Hier findet Ihr einige Wandervorschläge zur Region Truden >>

Dienstag, 29. Juli 2008

Von Hütte zu Hütte – Braunschweiger Hütte (2759 m)

Auf meinem Weg von Oberstdorf nach Meran führte mich meine Alpenüberquerung 2003 an der Braunschweiger Hütte vorbei. Diese liegt grandios auf 2759m Höhe in den Ötztaler Alpen am Ende des Pitztals. Der Weg hoch treibt einen die Schweißperlen ins Gesicht, jegliche Mühe wird aber mit einem herrlichen Ausblick von der Terrasse aus belohnt. Die Wildspitze mit ihren 3772 Metern ist die höchste Erhebung der Ötztaler Alpen, und liegt direkt vor der Hütten-Tür. Ungefähr noch einmal 5 Stunden braucht man für das Gipfelglück Wildspitze.

Was mich besonders begeistert hat ist, das ein Teil des Gletschers tiefer liegt als die Hütte selbst, man blickt also nach unten auf das ewige Eis der Alpen. Das mit dem "ewig" ist dann so eine extra Sache ...

Urgemütlich sieht das innenleben der Braunschweiger Hütte aus, zünftig geht es her und das gute Essen machen einen Hüttenabend perfekt. Eine kräftige Stärkung braucht man auch, wenn man bedenkt welche Gipfel von der Hütte aus möglich sind. Wie auf jeder DAV Hütte ist auch hier um 22.00 Uhr schluß.

Na dann ... gute Nacht!

Ausstattung:
Schlafplätze Zimmerlager: 35
Schlafplätze Matratzenlager: 61
Schlafplätze Notlager: 30



Tourenmöglichkeiten:
Innere Schwarze Schneid, 3369 m, Gehzeit: 03:00
Karleskogel, 3107 m, Gehzeit: 02:00
Linker Fernerkogel, 3278 m, Gehzeit: 02:00
Ötztaler Wildspitze, 3772 m, Gehzeit: 05:00

Nachbarhütten:
Breslauer Hütte, Gehzeit: 04:30
Rüsselsheimer-Hütte Gehzeit: 09:00
Taschachhaus, Gehzeit: 04:30
Vernagthütte, Gehzeit: 05:30
Rheinland-Pfalz-Biwak, Gehzeit: 04:30

Dienstag, 22. Juli 2008

Von Hütte zu Hütte - Refuge Les Mottets

Diese Woche stelle ich euch mal eine total verrückte Unterkunft in den Französischen Alpen vor. Die Rede ist von der Refuge Les Mottets. Meine Tour du Mont Blanc, hat mich an dieser Hütte vorbei geführt und mir eine, nennen wir es mal abenteuerliche Nacht beschert. Nun aber von vorne.

Das Hüttenleben besteht nicht immer nur aus den urgemütlich mollig warmen Allgäuer oder Südtiroler Hütten. Es kann schon auch einmal etwas spärlicher sein, dass fängt beim
Essen an und hört beim Schlaflager auf. Dafür sind vor allem die französischen Hütten bekannt.

Ich verstehe bis heute nicht, wie man früh eine gefrorene Butter zu einem Stück Weißbrot servieren kann, was glaubt ihr wie das Weißbrot aussieht wenn man versucht hat es mit der Butter zu vereinen - richtig, man kann beides halb zerstritten von der Tischplatte krümeln, denn einen Teller bekommt auch selten, zudem wird der Kaffee in einer Müslischüssel serviert. Dazu aber in kürze unter der Rubrik “Das versteht nur der Franzose“ mehr. Zurück zur Hütte.


Die gesellschaftlichen Räume der Les Mottets sind urgemütlich, liebevoll eingerichtet und man fühlt sich eigentlich recht wohl in der Stube, das Abendessen war deftig, gut und reichlich, beschweren konnte ich mich nicht – es war nicht ganz mein Geschmack, aber nach einem langen regnerischen Tag an der frischen Luft war mir das in dem Fall egal. Was gscheites, wie der Franke sagt, kann ich ja daheim auch wieder essen!

Verrückt hingegen ist das Schlaflager, ein alter Kuhstall wurde kurzer Hand zum Lager umgebaut. Wie Ihr auf dem Foto sehen könnt, liegen ca. 70 Berggenossen Achselhaar an Achselhaar nebeneinander, auch ein Schnarch-Schallschutz ist nicht vorhanden. Mit diesen wenigen Angaben könnt ihr euch selbst ein Bild machen, wie es wohl ist, wenn 70 Leute verzweifelt versuchen ihre nassen Klamotten zu trocknen, einen molligen Schlafplatz zu finden und die Nacht durch Schnarchen.

Fazit: Bei den französischen Hütten rund um den Mont Blanc hatte ich meist das Gefühl, die Wirtsleute wissen, das man an ihren Hütten vorbei kommen muss – und genau diesen Vorteil haben sie in allen belangen ausgenutzt. Da gehören die Preise, das Essen, die Hygiene und die spärlichen Unterkünfte dazu. Ob das jetzt schlecht ist, kann ich so genau nicht sagen – denn eben diese Umstände haben meine Tour du Mont Blanc abenteuerlich gestaltet und mir ganz neue Eindrücke verschafft.

Weiter Infos zur Refuge Les Mottets >>

Fast hätte ich es vergessen, die
Hüttenwirtin ist eine echt hübsche und spielt jeden aben was auf dem Akkordeon ... die aber müsst Ihr Euch schon selbst ansehen ... es lohnt sich ;-)!

Dienstag, 15. Juli 2008

Von Hütte zu Hütte – Das Gepatschhaus (1928m)

Unter der Rubrik von „Hütte zu Hütte“ hat es diese Woche das Gepatschhaus im Kaunertal erwischt. Ich habe auf der urgemütlichen DAV-Hütte eine Woche während einer Alpinen Ausbildungswoche verbracht. Tagsüber ist man in wenigen Minuten am Gletscher, für die Ausbildung im Eis und nicht wenige Meter davon entfernt ist ein Klettergarten, für den Lehrgang im Fels. Als krönender Abschluss einer solchen Woche wird meist die Weißseespitze mit ihren 3526 m Höhe bestiegen. Ich kann diesen Lehrgang nur wärmstens empfehlen. Natürlich hat Ihn WP-Reisen auch im Programm.

Das Gepatschhaus liegt im übrigen im Tiroler Kaunertal und ist die älteste Alpenvereinshütte Österreichs. Sie wurde 1873 Erbaut und 2005 umfangreich renoviert. Heute stehen den Bergsteigern 46 Betten und 60 Matratzenlager zur Verfügung.


Nach dem Gipfelsturm trifft man sich auf der Sonnenterrasse vorm Haus. Lasst Euch dort verwöhnen von Tiroler Spezialitäten und bodenständiger Hausmannskost. Eine kleine Hauskapelle ist gleich neben an, wer also vor dem Gipfelsturm auf die Weißseespitze noch ein Stoßgebet los werden möchte, kann das beruhigt gleich nach dem Frühstück tun.

Achtung bei der Anreise, für die Alpen-Straße, die zur Hütte führt muss man Maut bezahlen. Ich habe dort 2005 bereits 19,- Euro gelöhnt. Wie viel das heute ist, kann ich nicht sagen. Nur eines ist gewiss – es ist sicherlich nicht weniger.



Fazit: Wer sich in höhere alpine Regionen vorwagen will - ob zusammen mit Freunden oder mit dem Bergführer - braucht eine solide Grundausbildung in Fels und Eis. Hier bieten sich optimal die Ausbildungswochen vor den Toren des Gepatschhauses im Kaunertal an.

Na dann, Berg heil!




Das Panoramafoto habe ich vom Gipfel der Weißseespitze aus gemacht.

Mittwoch, 9. Juli 2008

Von Hütte zu Hütte - Auf der Raintalanger

Unter der Rubrik "Von Hütte zu Hütte" möchte ich Euch jede Woche eine Alpine Unterkunft vorstellen auf der ich selbst schon Genächtigt habe. Wie oft wurde ich schon gefragt, welche für mich die schönste ist. Die Antwort ist einfach, es gibt keine. Jede Unterkunft hat einen anderen Flair und ganz für sich etwas besonderes. Aber tatsächlich gibt es eine, die ich fast jährlich besuche. Die Rede ist von der Raintalanger Hütte im Wettersteingebirge.

Auf dem Weg durch das gleichnamige Tal kommt man auf einem traumhaften Weg von Garmisch aus zum höchsten Punkt Deutschlands, der Zugspitze. Weit vor dem Gipfel, nach gut 4 Stunden Gehzeit erreicht man bereits die Hütte der Woche. Wie auf dem Foto zu sehen, liegt sie an einem Flussbett, umringt von Sitzmöglichkeiten und kühlen Getränken. Im übrigen kommt dort jeder geübte Talwanderer hoch, der Weg ist optimal für Einsteiger. Die beiden Hüttenwirte Charly Wherle und Simon Neumann machen einen Hüttenbesuch zu etwas ganz besonderem, da wird abends schon mal das Hackbrett und die Klampfe ausgepackt - spätestens dann ist man sich sicher, hier bin ich nicht an der Nordsee! Wie man speziell auf dieser Hütte früh geweckt wird verrate ich nicht, lasst Euch einfach überraschen.

Bei schönem Wetter, empfehle ich einen Schlafplatz vorab zu reservieren. Sonst kann es einem passieren, dass man auf dem Flur, im Treppenhaus oder Speiseraum schlafen muss.

Die Tour selbst ist zudem perfekt für einen Wochenendeausflug, wer es schafft von Zughause aus bis spätestens 10 Uhr in Garmisch zu sein kann sich auf einen noch gemütlichen Aufstieg freuen. Früher muss man nicht unbedingt los gehen. Parkt direkt an der neuen Skisprungschanze, von dort aus könnt Ihr den Weg gar nicht verfehlen.

Das wars vom ersten Hütten-Report!

Wir sehen uns in den Bergen ...